Des Kaisers neue Kleider

Veröffentlicht am 05.10.2015 in Landespolitik

Wenn ein Kaiser im Märchen ignoriert, dass leere Worte seine Blöße nicht bedecken können, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Aber wenn es den laut Gesetz zuständigen Politikern der bayerischen Landesregierung nicht gelingt, eine kompetente und menschliche Flüchtlingspolitik auf die Beine zu stellen, dann ist das armselig.

Leitartikel entnommen aus der Septemberausgabe von:  BISS - Bürger in sozialen Schwierigkeiten e. V. - München; von Karin Lohr

 

 

 

Das Märchen von Hans Christian Andersen erzählt die Geschichte eines Kaisers, der sehr eitel ist und sich nur für seine schönen Kleider interessiert. Das nutzen zwei Hochstapler aus, die ihm die prächtigsten Kleider versprechen, die angeblich nur für solche Menschen sichtbar sein würden, die eben nicht ausgesprochen dumm oder untauglich für ihr Amt wären. Keiner im Hofstaat hat den Mut zu sagen, dass die Webstühle leer sind. Im Märchen spaziert der Kaiser am Ende nackt unter einem Thronhimmel durch die Stadt, bis ein kleines Kind aus der Menge sagt: „Aber er hat ja gar nichts an!“

Wenn ein Kaiser im Märchen ignoriert, dass leere Worte seine Blöße nicht bedecken können, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Aber wenn es den laut Gesetz zuständigen Politikern der bayerischen Landesregierung nicht gelingt, eine kompetente und menschliche Flüchtlingspolitik auf die Beine zu stellen, dann ist das armselig. Da polemisieren CSU-Landespolitiker über „Asylmissbrauch“ und provozieren schlechte Stimmung.

Das hilft aber denjenigen nicht, die seit Jahren an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit in den Behörden, Unterkünften und Schulen arbeiten. Und es bereitet den Boden für die Verbrecher, die Flüchtlingsunterkünfte in Brand stecken.

Auch zu BISS kommen Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind. Krieg, Hunger und miserable Lebensbedingungen haben sie aus ihrer Heimat vertrieben. Da ist Herr A. aus Pakistan, der als BISS-Verkäufer arbeitet. Oder Herr P. aus Syrien, der seine schwerkranke Mutter pflegt. Oder Frau K. aus dem Iran, die so gern Sozialarbeit studieren möchte. BISS kann praktisch helfen: mit Geld für ein Notebook, einen Sprachkurs, oder wenn Zeugnisse übersetzt und beglaubigt werden müssen. Diese Flüchtlinge sind froh, in Deutschland in Sicherheit zu sein, und klagen nicht, auch nicht darüber, dass ihre Anerkennungsverfahren seit Jahren laufen, sie alle noch immer in Unterkünften wohnen müssen und keiner sicher sein kann, ob und wann der Asylantrag endlich genehmigt werden wird.

Die steigende Anzahl von Flüchtlingen ist für unsere Gesellschaft eine enorme Herausforderung – und große Chance zugleich. Es gibt in Bayern viele, die die Not der Flüchtlinge anrührt und die mit anpacken. Landespolitik ist verantwortlich dafür, dass ausreichend Geld für Personal- und Sachkosten bereitsteht und sinnvolle Gesetze existieren. Politik muss die Ängstlichen beruhigen, die Passiven ermuntern und den Verzweifelten Mut zusprechen. Erst mit Geld und guten Worten hat Politik einen Mantel an!

 

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