Keine Mehrheit für Gemeinwohl‑Bilanz in Saal an der Donau

Veröffentlicht am 02.07.2025 in Allgemein

Es gibt eine neue Methode zur Erstellung einer Bilanz über das Gemeinwohl in einer Kommune. Dabei sollen alle Lebensbereiche berücksichtigt werden: Die Gemeindeverwaltung und ihre Bürger sollen erfahren, was für das Wohlergehen getan wird und wo etwas verbessert werden kann. Die SPD stellte im Gemeinderat den Antrag, den Fragenkatalog für Saal anzuwenden. Er wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt

Warum eine Gemeinwohlbilanz?

In ihrem Schreiben vom 19. Mai 2025 an Bürgermeister Nerb legt die SPD-Fraktion dar, dass eine Gemeinwohlbilanz als Teil eines zeitgemäßen Nachhaltigkeitsmanagements notwendig ist. Sie verknüpft Verwaltung, Politik, Bürgerschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – mit ethischen Werten wie Menschenwürde, sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und Transparenz. Ziel ist es, Stärken und Verbesserungspotenziale im Umwelt‑ und Klimaschutz, bei fairer Beschaffung, Mitarbeitenden­beteiligung und Bürgerdialog transparent aufzudecken und zu steuern.

Die Fraktion appellierte außerdem an Förderprogramme wie LEADER, um den zunächst überschaubaren Aufwand zu unterstützen. Herausragende Beispiele zeigen bereits, dass – sobald die Methode implementiert ist – Kommune, Bürger und Wirtschaft nachhaltig profitieren.

Der Antrag – kompakt

  • Initiator: SPD-Fraktion

  • Datum: 19. Mai 2025

  • Antragsempfänger: Bürgermeister Christian Nerb

  • Kernforderung: „Die Gemeinde initiiert eine Gemeinwohlbilanzierung und beauftragt die Verwaltung, die hierzu notwendigen Schritte festzustellen.“

  • Begründung (Frau Petersen):

    • Verantwortung für das Wohl aller: ethische und ökologische Bewertung ergänzt die Finanzperspektive

    • Mehr Demokratie durch Transparenz, Beteiligung und strategische Weichenstellungen

    • Vorbildfunktion für Wirtschaft und neue Gewerbegebiete

    • Zahlreiche Gemeinden – z. B. Stuttgart, Kirchanschöring, Tübingen – zeigen: Aufwand überschaubar, Nutzen groß

Der Entscheid: knapp „Nein“

In der Gemeinderatssitzung wurde der Antrag zur sofortigen Abstimmung gestellt und mit knapper Mehrheit zurückgewiesen. Das Ergebnis: 8× Ja, 11× Nein (bei 19 Anwesenden). Zuvor war ein Geschäftsordnungsantrag mit 12× Ja gegen 7× Nein angenommen worden – ein deutlicher Hinweis auf den Diskussionsbedarf im Gremium.

Und jetzt?

Die SPD Saal bleibt überzeugt: Eine Gemeinwohlbilanz ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein praktikabler Weg zu mehr Transparenz, Beteiligung und Nachhaltigkeit. Der enge Ausgang zeigt, dass viele Ratsmitglieder offen für diese Richtung sind. Wir werden dranbleiben – für ein starkes, lebenswertes Saal, in dem finanzielle, ethische und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen.

Mit diesem Artikel setzen wir ein deutliches Zeichen: Nachhaltigkeit und Gemeinwohl sind keine abstrakten Ideale, sondern fundierte Handlungsoptionen für unsere Gemeinde. Wir laden alle Bürger*innen ein, den Dialog mitzugestalten – denn für ein lebenswertes Saal machen wir uns stark!

Quellen: Roland Kugler, Mittelbayerische Zeitung; Antragsschreiben der SPD Saal vom 19. Mai 2025.

 

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