Bahnhof Saal, eine „never ending story“ ?

Veröffentlicht am 18.07.2022 in Ortsverein

Ein informativer Bericht zur jüngsten Geschichte des Bahnhofs in Saal

Bereits Ende 2011 bot die vormalige Bahntochter Aurelis das Gelände östlich vom Bahnhof vom Baywa-Gebäude bis zum Bahnwärterhäuschen zum Verkauf an, Teilkäufe waren nicht vorgesehen. Bürgermeister Buberger setzte sich dafür ein, davon 2000 qm für einen Busbahnhof zu erhalten. Fa. Kürzl kaufte das gesamte Areal und begann im April 2013 mit der Sanierung des Geländes. Im März 2014 stellte das Planungsbüro Kehrer dem Gemeinderat erste Pläne zur Erstellung einer Bus-Wendeanlage und Parkplätze für Autos und Fahrräder vor. In der folgenden Sitzung regte GRM Nerb an, ein Parkhaus zu errichten. Bm Buberger stellte eine weitere Parkfläche westlich vom Bahnhof in Aussicht.

Im September 2014 berichtete Bürgermeister Nerb erstmals davon, dass der Bahnhof verkauft werden soll und ihm ein möglicher Investor bekannt sei. Bei der Bahn müsse der Verkauf noch von etlichen Fachstellen befürwortet werden. Ein Unternehmen der Deutschen Bahn würde darin ein Bistro mit Fahrkartenverkauf betreiben; öffentliche Toiletten würden dann wieder zur Verfügung stehen. Die Schaffung einer Park&Ride-Anlage sei notwendig. Das derzeitige Provisorium würde gut genützt und sei ausgelastet. 100 bis 120 Fahrzeuge würden täglich im Bahnhofsbereich geparkt.

Im Oktober 2016 wurde ein Antrag der B+Z Architekten GmbH behandelt, zur Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Sondergebiet Einzelhandel“ im östlichen Bereich des Bahnhofsareals. Ziel sei, auf dem Areal einen Supermarkt als Vollsortimenter zu errichten. Bereits in der nächsten Sitzung wurde eine erneute Änderung beantragt. Nun wurde die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „SO Bahnhof Ost“ beschlossen; ein beschleunigtes Verfahren nach § 13a BauGB ohne Durchführung einer Umweltprüfung. Am 2.5.2017 stellten die Herren Walter und Michael Büchl ihre Planung vor.

Absicht war ein Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel für Lebensmittel und Getränke auf 1200qm Verkaufsfläche und ca. 130 Parkplätze. Es war auch angedacht, auf dem Parkplatz eine Buswende für den ÖPNV zu schaffen. Für den Fall, dass die jetzigen provisorischen Park&Ride-Flächen bis zum Geltungsbereich des vorgestellten Bebauungsplans erweitert und hier Parkdecks oder eine Tiefgarage geschaffen werden, wäre an dieser Stelle eine Zufahrt dazu möglich. Geplant sei auch, an der Nordgrenze des Bebauungsplanes (bestehende Bahntrasse) einen Geh- und Radweg zu schaffen. Nach öffentlicher Auslegung und Beteiligung der Fachstellen beschloss der Gemeinderat mit einer Änderung am 5.12.2017 einstimmig den Plan. Die Nutzung eines Geh- und Radweges war wegen des Eisenbahnbetriebs technisch nicht möglich.

Der Gemeinde wurde in Aussicht gestellt, den Bahnhofsvorplatz zu erwerben, sobald die Eigentumsfrage des Bahnhofsgebäudes geregelt ist.

Mitarbeiter vom Büro Kehrer stellten im Gemeinderat Ende Februar 2019 einen Vorentwurf mit Varianten zur Errichtung eines Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) am Bahnhof Saal sowie Errichtung einer Bike&Ride-Anlage (B&R) und einer Park&Ride-Fläche (P&R) vor. Südlich des Stationsgebäudes gelegen, soll der ZOB mit drei Stellplätzen und einer Wendemöglichkeit für Busse und eine B&R Anlage mit 52 Fahrradplätzen sowie westlich des Bahnhofs eine P&R mit 46 Parkplätzen erstellt werden. In einem weiteren Schritt sollen die östlich des Bahnhofs gelegenen Flächen überplant werden. Auch hier sollen Parkmöglichkeiten für Pkw geschaffen werden; ob in Form einer weiteren P&R Anlage, eines Parkdecks bzw. einer Tiefgarage oder auch im Rahmen eines PPP-Projekts müsse noch geklärt werden. Im Rahmen der derzeitigen Fördermöglichkeiten ÖPNV seien grundsätzlich alle Maßnahmen förderfähig.

Am 30.06.2021 ging es um den Haushaltsplan 2020, genauer um eine Genehmigung außerplanmäßiger Ausgaben bezüglich der P&R-Anlage. Der Haushaltsansatz von 23.500 € wurde mit 44.745 € belastet und somit um 21.245 € überzogen. Ursächlich hierfür war, dass der Haushaltsansatz Mittel enthielt, um eine P&R-Anlage beim Bahnhof zu planen. Nachdem sich die weitere Entwicklung am Bahnhof diffiziler gestaltete als ursprünglich geplant, konnte eine konkrete Anlagenplanung bisher nicht begonnen werden. Um die Verkehrssituation am Bahnhof dennoch zumindest etwas zu entspannen, wurde daher ein Provisorium errichtet. Die Kosten des Provisorium überstiegen jedoch die für 2020 eigentlich angedachte P&R-Anlagen-Planung.

Im Mai 2017 berichtete der Bürgermeister, dass das Bahnhofsgebäude demnächst verkauft werden soll. Zum Verkauf fehlte der Bahn jedoch noch ein Energieausweis. Nach langer Prüfung der Bahn-Fachstellen sollte der Bahnhof zum Verkauf freigegeben werden. Bevor es zur Ausschreibung kam, wechselte der zuständige Sachgebietsleiter und die Prüfung der einzelnen Fachstellen begann erneut. Deshalb gab es diesen enormen Zeitverzug. Am 4.7.2017 gab der Bm bekannt: Der Bahnhof Saal a.d.Donau wird zur Zeit durch die Immobilienverwaltung der Bahn bis zum 14.07.2017 zum Kauf angeboten. Bekanntlich kaufte die Fa. Kürzl den Bahnhof und ließ eine Planung erstellen zum Umbau mit Wohnungen, Geschäftsräumen, Bistro mit Freisitzen und Fahrkartenverkauf, öffentlichem WC und dem Bahn-Betriebsteil. Leider stimmte die zuständige Stelle der Bahn dieser Planung nicht zu. Neben dem Stellwerksraum, dem Rangierbetriebsraum, und den eigenen Toiletten beanspruchte sie einen Pausenraum. Über diesen Dissens verlor der Investor die Lust; er bot den Bahnhof zum Verkauf an. Es gab mindestens einen Interessenten, dessen Pläne waren aber nicht genehmigungsfähig.

Dann bot die Verwaltung mit Zustimmung des Gemeinderats dem Investor an, im 1. Stock die halbe Etage als Büroräume anzumieten. Somit bräuchte die Gemeinde keinen Erweiterungsbau am Rathaus realisieren. Örtlich ein guter Ersatz für die demnächst entfallenden Bauamtsräume im Altenheim-Nebengebäude.

Am 9.3.2021 gab der Bm unter Verschiedenes bekannt: „Die DB Gastronomie hat mitgeteilt, kein Bistro im Bahnhof Saal betreiben zu wollen – wegen der Folgen der Pandemie ging es dem Unternehmen nicht so gut. Daher sollen die Büroräume im Erdgeschoss untergebracht und die Halle entwidmet“ werden. Der Investor plante jetzt das Gebäude ganz neu. Im Bauantrag auf Nutzungs- und Grundrissänderungen, der am 4. Mai 2021 behandelt wurde, ging es um zehn Appartements und eine kleine Wohnung in den beiden Obergeschossen und im Erdgeschoss die Bahn-Betriebsräume und Gemeindebüros. Dazu kämen 18 Stellplätze. Öffentliche Toiletten und ein Warteraum führ Fahrgäste waren nicht mehr vorgesehen. Die GRM der SPD Fraktion Schwikowski und Ludwig bemängelten die fehlende Funktion für Reisende; die Gemeinde Saal hätte dann keinen Bahnhof mehr der diesen Namen gerecht wird. Der Bm verteidigte die neue Planung mit dem Argument, dass wenigstens das Gebäude erhalten bliebe und die Sanierung endlich zum Abschluss käme. Per Beschluss wurde die Tekturänderung mit 14 gegen zwei Stimmen angenommen.

Offenbar haben unsere Einwände den Bm anschließend zum Umdenken gebracht. Schon Ende Juni 2021 berief er eine nichtöffentliche Sitzung zum Thema Bahnhofsgebäude ein. Dabei wurde einstimmig beschlossen, dass die Gemeinde den Bahnhof kauft und betreibt wenn er fertig saniert und nach den ursprünglichen Plänen mit Bistro, Büroräumen im 1. Stock und darüber Wohnungen umgebaut ist. So spart die Gemeinde eine europaweite Ausschreibung, der Baubeginn kann sofort eingeleitet werden. Ein Rathaus-Anbau oder Dachbodenausbau entfällt, ebenso Mietzahlungen für die Büroräume. Ein Lift wird vorbereitet, er kann erst fertig gestellt werden wenn die derzeit noch bewohnte Wohnung (ca. 100 qm) frei wird. Diese Räume werden dann saniert und können nach Bedarf verwendet werden.

Jetzt muss noch der Bahnhofsvorplatz von der Gemeinde erworben werden, dann können dort der geplante Omnibusbahnhof mit 3 Stellplätzen und Wendeschleife und die B&R-Anlage mit ausreichend Fahrrad Stellplätzen sowie Fahrrad Reparaturplatz gebaut werden.

Dann hat Saal einen angemessenen Bahnhof wie er zu einem Ort mit dieser Bedeutung gehört.

Anmerkung: zur Abkürzung wird GRM für Gemeinderatsmitglied und Bm für Bürgermeister genutzt

 

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