Eine frühe Warnung der Geschichte

Veröffentlicht am 10.02.2020 in Allgemein

In Thüringen gelangt die NSDAP bereits 1924 an die Macht, als sie eine bürgerliche Regierung toleriert. 1930 ist sie bereits Koalitionspartner, 1932 wird sie schließlich stärkste Partei und stellt den Regierungschef. Das zeigt: Wer mit der Demokratie spielt, kann sie schnell verspielen.

CDU und FDP, die in einem Wahlbündnis mit der AfD am 5. Februar 2020 einen unbedarften Provinzpolitiker in das höchste Amt des Freistaats beförderten, hätten wissen können, nein: wissen müssen, dass wer mit der Demokratie leichtfertig spielt, diese leichtfertig verspielen kann.

 

1924 kam im Land Thüringen eine Bürgerblockregierung ins Amt, die sich von völkisch-nationalistischen Abgeordneten tolerieren ließ, um eine der Gründungsparteien des Landes - die SPD - von der politischen Macht endgültig zu verdrängen.

Im Gegenzug ließ die Regierung der NS-Bewegung vergleichsweise freien Spielraum, während in Ländern wie Preußen der Republikschutz ernst genommen wurde. Dort wurde die Partei verboten oder ihr Parteiführer mit einem öffentlichen Auftrittsverbot belegt. Angesichts der strammen Lagerbildung gegen links konnte sich die NSDAP nahezu ungehindert betätigen und ihre radikal-nationalistische, rassistische und antidemokratische Propaganda entfalten. Doch wesentlicher war, dass ihr die De-Liberalisierung des Bürgertums, die Radikalisierung der Bauernschaft so sehr in die Hände spielte, dass sie sukzessive das Verbands- und Vereinswesen unterwandern konnte.

Nazis erstmals an der Macht

Als sich dann in Thüringen 1930 die erste Regierung unter Beteiligung der Nationalsozialisten zustande kam, erschien dies weniger als eine Überraschung denn als ein folgerichtiger Schritt einer mehrjährigen Entwicklung. Bezeichnenderweise nannte sich diese Regierungskonstellation als „Thüringen-Koalition“. Denn neben ihrer anti-republikanischen Ausrichtung einte die Koalition aus Landbund-Partei, DNVP, DVP, Wirtschaftspartei und NSDAP ein als Landespatriotismus camouflierter sezessionistischer Nationalismus, der sich dezidiert gegen die Große Koalition in Berlin richtete und gegen das von Sozialdemokraten, Liberalen und Zentrumskatholiken regierte Preußen Stimmung machte.

Der Durchmarsch der Nationalsozialisten von der Oppositionsbank in die Regierung geschah innerhalb von sechs Jahren. Doch bereits nach 14 Monaten platzte die Koalition, weil die NSDAP mit maßlosen Angriffen den liberalen Partner aus der Regierung zu treiben suchte. Bei den nächsten Landtagswahlen im Sommer 1932 triumphierte die NSDAP, die mit 42,5 Prozent stärkste Partei wurde. Die früheren Koalitionspartnder DNVP und DVP kamen zusammen nicht einmal mehr über fünf Prozent der Stimmen. Für eine Alleinregierung reichte das Ergebnis allerdings nicht. Der Landbund verhalf ihr zu einer parlamentarischen Mehrheit und dem NS-Gauleiter Fritz Sauckel in das Amt des Regierungschefs.

Von Karsten Rudolph im „vorwärts“

Bildquelle: vorwärts 1/2020

 

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